Theologische Alternativen zum globalen Kapitalismus – Der Kapitalismus als Religion

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Ausgabe der Reihe «Papers» zum Kirchentag 2013 von Ulrich Duchrow und Franz Hinkelammert.

Die Realkatastrophe, die wir heute im imperialen Kapitalismus erleben, produziert auch ihre Theologien, wie wir im Boom der Fundamentalismen erleben. Die Formulierung «Theologische Alternativen zum globalen Kapitalismus» setzt voraus, dass es sich bei Kapitalismus auch um eine Religion und auch um Religionsproduktion handelt, und dass es dazu theologische Alternativen gibt. Da aber christlich-theologische Alternativen nach reformatorischem Verständnis biblisch begründet sein müssen, stellt sich die Frage, was denn die Bibel zu dem
modernen Phänomen Kapitalismus zu sagen hätte. Sind das nicht vollständig  verschiedene Epochen der Geschichte, die nichts miteinander zu tun haben?

Ulrich Duchrow

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Ein Gedanke zu „Theologische Alternativen zum globalen Kapitalismus – Der Kapitalismus als Religion

  1. Der Autor bezeichnet Ausbeutung und Gier einseitig als Merkmale des Kapitalismus. In Wirklichkeit gab es das in jeder Klassengesellschaft, nicht nur im Kapitalismus. Der Sklavenhalter zwang seine Sklaven zu extrem harter Arbeit. Der Feudalherr verlangt Abgaben und Frondienste. Der Priester fordert religiöses Engagement, Ablässe und Spende. Der Kapitalismus ist nicht die einzige Form der Ausbeutung, aber die humanste!
    In jeder guten Demokratie gibt es die freie Berufswahl. Das heißt, der Arbeiter wählt selbst, was er einbringen kann. Dagegen bezahlt der Sklave mit seinem Leben für die Unfähigkeit, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Auch weltliche und geistliche Feudalherren können Schikanen und sehr harte Strafen verhängen.
    Die Kritik am Kapitalismus ist zwar berechtigt. Aber man sollte dabei immer die schlimmeren Formen der Ausbeutung (Sklaverei, Feudalherrschaft) im Blick behalten. Der Rückfall in eine feudalistische Priesterherrschaft wäre keine Lösung, sondern eine Verschlechterung. Darum sollte man immer sehr skeptisch sein, wenn sich ausgerechnet eine Kirche zum „Anwalt der Armen“ aufschwingt. Es könnte ein trojanisches Pferd sein.

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