Im Dienst an einer gerechten Gesellschaft

Gemeinsame Feststellung zur Ökumenischen Sozialinitiative des Vorsitzenden des Rates der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx

Am 28. Februar 2014 haben der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz mit dem Impulstext „Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft“ eine Ökumenische Sozialinitiative angestoßen. Genau 17 Jahre nach der Veröffentlichung des Gemeinsamen Wortes zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“ meldeten sich die Kirchen wieder gemeinsam zu den grundlegenden sozialen Herausforderungen zu Wort. Die verschiedenen Krisensituationen der vergangenen Jahre waren Anlass, noch einmal eine breite Diskussion über die Wirtschafts- und Sozialordnung in Gang zu bringen. Ziel der Ökumenischen Sozialinitiative ist es, sich sowohl mit einer sozialethischen Positionierung der Kirchen in die gesellschaftlichen Debatten einzubringen als auch eine grundlegende Diskussion über die aktuellen Herausforderungen in unserem Land anzustoßen.

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EKD-Friedensbeauftragter Renke Brahms: Höherer Militäretat ist das falsche Signal

Kritisch sieht der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, die Ankündigung der Bundesregierung, den Verteidigungsetat für 2016 um rund 1,4 Milliarden Euro auf 34,4 Milliarden Euro aufzustocken. „Das ist in meinen Augen in der jetzigen Situation das falsche Signal“, ist Renke Brahms, der auch der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist, überzeugt.

„Es gibt andere Möglichkeiten, auf Konflikte und Krisen zu reagieren als mit mehr Waffen“, betont Renke Brahms. Die Entscheidung der NATO beim Gipfel im vergangenen Jahr in Wales, die Verteidigungsausgaben der Mitgliedsstaaten auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, könne von anderen Staaten als Aufforderung verstanden werden, ebenfalls ihre Rüstungsausgaben zu erhöhen. „Das könnte eine neue Rüstungsspirale in Gang setzen, die niemand wollen kann“, meint der EKD-Friedensbeauftragte.

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Buchbesprechung: Jean Ziegler: Ändere die Welt

Hören wir auf Voltaire: „Die Freiheit ist das einzige Gut, das sich nur abnutzt, wenn man es nicht benutzt.“ Ich sage es noch einmal: Es gibt keine Ohnmacht in der Demokratie. Die allermeisten Oligarchen stammen aus Nordamerika und Europa. … Alles, was es braucht ist, die verfassungsmäßigen Waffen zu ergreifen und sie gegen die weltbeherrschende Finanzoligarchie zu richten … und schon morgen früh bricht die kannibalische Weltordnung zusammen. (Jean Ziegler: Ändere die Welt, Seite 278)

In seinem jüngsten Buch stellt uns der Schweizer Soziologe Denker vor, die ihn beeinflussten. In “Ändere die Welt” das im C. Bertelsmann Verlag 2014 in deutscher Sprache erschienen ist, erklärt Jean Ziegler, warum er fest daran glaubt, dass Vernunft sich auf Dauer durchsetzen wird und es zwar Herrschaftstechniken gibt, die das Gewissen verschütten können; aber es ist trotzdem noch vorhanden und kann freigelegt werden.

Die Waffen der Demokratie sind allerdings derzeit sehr stumpf, da die Herrschenden Techniken entwickelt haben, die dazu führen, dass die Beherrschten den Machtverhältnissen zustimmen und sogar gegen die eigenen Interessen stimmen.

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Livestream von Veranstaltungen der RLS auf dem Kirchentag

Die folgenden Veranstaltungen der Rosa Luxemburg Stiftung auf dem 35. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart wurden live per Internet gesendet:

Donnerstag, 4. Juni 2015, 15.30 Uhr – 16.15 Uhr:

FRIEDEN WAGEN IN EINER NEUEN ZEIT DER ABSCHRECKUNG

Freitag, 5. Juni 2015, 11.15 Uhr – 12.45 Uhr:

PRÄSENTATION DES BUCHES «DIESE WIRTSCHAFT TÖTET». KIRCHEN GEMEINSAM GEGEN KAPITALISMUS

Freitag, 5. Juni 2015, 18.30 Uhr – 21.30 Uhr:

SEMINAR “FEINDBILD ISLAM: KAMPF DER KULTUREN ODER RASSISMUS?

Samstag, 6. Juni 2015, 10.00 Uhr – 12.00 Uhr:

UNHEILIGE ALLIANZ. DAS GEFLECHT VON CHRISTLICHEN FUNDAMENTALISTEN

 

 

Krieg beginnt in Stuttgart: AFRICOM und EUCOM schließen!

Aufruf

Deutschland soll dem Frieden dienen. So steht es in der Präambel des Grundgesetzes. Doch von Stuttgart geht Krieg aus. In Stuttgart befinden sich zwei der sechs US-Kommandozentralen: Das AFRICOM und das EUCOM.

Das AFRICOM in Stuttgart-Möhringen steuert alle militärischen Einsätze der USA in Afrika. Hier werden die Todeslisten für den Einsatz von Kampfdrohnen erstellt.

Das EUCOM in Stuttgart-Vaihingen befehligt die US-Atomwaffen in Europa. Außerdem koordinierte es zum Beispiel die Angriffe gegen den Irak, Serbien und Libyen und das Kriegsmanöver „Rapid Trident“ in der Ukraine.

Damit Deutschland seiner Verantwortung für den Frieden gerecht wird, fordern wir im Rahmen des evangelischen Kirchentags in Stuttgart ein klares Bekenntnis der Kirchen, der Zivilgesellschaft und der politisch Verantwortlichen in Stadt, Land und Bund für:

  • ein Ende des völkerrechtswidrigen Einsatzes von Kampfdrohnen,
  • den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland und Europa und
  • die Schließung der US-Kommandozentralen AFRICOM und EUCOM.

Um diesen Forderungen öffentlich Nachdruck zu verleihen, rufen wir während des Kirchentages in Stuttgart zu einer Menschenkette für den Frieden auf.

Ablauf & Route der Menschenkette am Samstag, den 6. Juni 2015

Beginn: Zentrum Frieden, Friedenskirche

Ende: Mahnmal auf dem Stauffenbergplatz

10:45 Uhr: Treffen der OrdnerInnen

11.00 Uhr: Aufbau der Menschenkette von folgenden Sammelpunkten aus: Friedenskirche, Planetarium, Schauspielhaus, Charlottenplatz, Stauffenbergplatz

5 vor 12 Uhr: Die Menschenkette wird geschlossen

12.15 Uhr: Auflösung der Kette

Komponist und Sänger Konstantin Wecker will mit Friedensaktivisten AFRICOM schliessen

Aus einer Pressemitteilung vom 8. Mai:

Stuttgart-Möhringen. Mit einem Ortbesuch vor den Toren der US-Kommandozentrale AFRICOM in Stuttgart-Möhringen hat der Liedermacher und überzeugte Pazifist Konstantin Wecker heute verschiedene Friedensaktionen anlässlich des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Stuttgart (3.-7. Juni 2015) angekündigt.

“Wir wollen diese Kommandozentrale, von der aus der weltweite US-Drohnenkrieg mitkoordiniert wird, schließen. Das, was hier passiert, ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen das Grundgesetz. Deshalb werden wir im Juni hier demonstrieren”, so Wecker. Gemeinsam mit der Organisation Gesellschaft Kultur des Friedens wird der Liedermacher am 6. Juni 2015, um 17 Uhr, eine Kundgebung vor dem US-AFRICOM veranstalten und danach zu einer Konzertlesung zusammen mit der Theologin Margot Kässmann in die nahe gelegene Martinskirche in Möhringen um 20 Uhr unter dem Motto “Entrüstet Euch – für ein Menschenrecht auf Frieden” einladen.

Dies sei ein Angebot an alle KirchentagsteilnehmerInnen, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft Kultur des Friedens (GKF), Henning Zierock. “Es kann uns nicht egal sein, was hier vor unserer Haustüre passiert, deshalb organisieren wir unter der Forderung “von Stuttgart muss Friedens ausgehen” diese Friedensaktion während des Kirchentages. Diese tödlichen Drohneneinsätze müssen gestoppt werden. Wir wollen AFRICOM aber nicht nur schließen, sondern in ein internationales Friedenszentrum umwidmen, das sich um friedliche Konfliktlösungen bemüht und Menschen aus aller Welt dafür zusammenbringt”, so Zierock.

Weitere Termine der Friedensgruppen anlässlich des Kirchentages sind unter anderem eine zentrale Menschenkette für den Frieden “Krieg beginnt in Stuttgart. AFRICOM und EUCOM schließen” am 6.Juni von 11 Uhr bis 12 Uhr in der Stuttgarter Innenstadt, sowie eine Friedens-Kundgebung um 16 Uhr am Stauffenbergplatz in Stuttgart.

Sofortiger Rüstungsexportstopp auch in die Ukraine!

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Ergänzung/Kommentar der Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel zur Presserklärung der Grünen Europagruppe „EU-Mitgliedstaaten müssen Waffenexporte nach Russland sofort stoppen

„Die Forderung der Fraktionsvorsitzenden der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Rebecca Harms, den Rüstungsexport aus der Europäischen Union an Russland sofort zu stoppen, ist angesichts der völkerrechtswidrigen Krimintervention, richtig und notwendig“, erklärt Paul Russmann, Sprecher der Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel! und Geschäftsführer von Ohne Rüstung Leben (ORL). „Doch ist sie längst nicht ausreichend.“ Vielmehr müsse „auch ein sofortiges Rüstungsexportverbot aus der EU und aus Deutschland in die Ukraine verhängt werden“, fordert Russmann.

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