„Muslime und Nicht-Muslime gehören zusammen“

Erklärung führender Religionsforscher der Universität Münster nach Anschlägen von Paris

Pressemitteilung des Exzellenzclusters vom 24. November 2015

Prof. Dr. Detlef Pollack und Prof. Dr. Mouhanad Khorchide (v.l.) Foto: bhe/Peter Grewer

Nach den Attentaten von Paris appellieren führende Religionsforscher von der Universität Münster an Muslime und Nicht-Muslime in Europa, sich durch den Terror nicht voneinander trennen zu lassen. „Wir gehören zusammen, weil wir Freiheit und Toleranz bejahen“, schreiben der Sprecher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster, Religionssoziologe Professor Dr. Detlef Pollack, und der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) der Universität Münster, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, zugleich Mitglied des Clusters, in einer gemeinsamen Erklärung „Toleranz muss Muslime und Nichtmuslime verbinden“ auf der Website www.religion-und-politik.de. Viele Muslime müssten selbst vor dem Terror fliehen. Umso wichtiger sei es, junge Muslime vor dem „Feindbild Westen“ der Attentäter zu bewahren. „Das Ziel sollte sein, junge Muslime zu befähigen, ihren Glauben rational zu reflektieren und diesen als mündige Individuen selbständig zu verantworten, um zwischen menschenfreundlichen und menschenfeindlichen religiösen Angeboten unterscheiden zu können.“ Dazu könnten der islamische Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und eine aufgeklärte islamische Theologie an den Universitäten wesentlich beitragen, schreiben die Wissenschaftler. „Dafür stehen wir mit unserer wissenschaftlichen Arbeit am Exzellenzcluster ,Religion und Politik‘ der Universität Münster und am Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) ein.“ (vvm)

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Angriff auf die »Älteste Tochter der Kirche«

Von Ingolf Bossenz im Neuen Deutschland vom 18.11. 2015

Das Massaker von Paris wirft auch düstere Schatten auf das fragile Verhältnis zwischen Christen und Muslimen

Die grausame Ironie des jüngsten Massakers islamistischer Schlächter ist, das es in dem Land erfolgte, dessen stolzer Ehrenname »Älteste Tochter der katholischen Kirche« die Jahrhunderte bis heute überdauerte. Als der Merowinger-König Chlodwig I., der durch seine Konversion zum Katholizismus das Frankenreich als erstes Staatsgebiet diesem Glaubenssystem zugeführt hatte, im Jahre 511 starb, war der Erfinder und Begründer des Islams, Mohammed (570/73-632), noch nicht einmal geboren.

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Humanismus als letzte Chance des Islams?

Der Humanistische Pressedienst führte am Rande der Buchmesse ein Gespräch mit Hamed Abdel-Samad und Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, die dort ihre neuen Bücher vorstellten. Die beiden Autoren beschreiben in diesem Interview ihre unterschiedlichen Sichtweisen auf den Islam.

Teil 1, Teil 2, Teil 3

Rede des Preisträgers des Friedenspreises des dt. Buchhandels

Der deutsche Orientalist, Schriftsteller und Essayisten Navid Kermani erhielt den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2015 für:

… Seine wissenschaftlichen Arbeiten, in denen er Fragen der Mystik, der Ästhetik und der Theodizee insbesondere im Raum des Islam nachgeht, weisen Navid Kermani als Autoren aus, der mit großer Sachkenntnis in die theologischen und gesellschaftlichen Diskurse einzugreifen vermag.
Die Romane und Essays von Navid Kermani, insbesondere aber auch seine Reportagen aus Krisengebieten zeigen, wie sehr er sich der Würde des einzelnen Menschen und dem Respekt für die verschiedenen Kulturen und Religionen verpflichtet weiß, und wie sehr er sich für eine offene europäische Gesellschaft einsetzt, die Flüchtlingen Schutz bietet und der Menschlichkeit Raum gibt. …
In seiner Rede zur Verleihung erzählt der Preisträger die Entführung eines christlichen Paters durch den IS und dessen Befreiung durch Moslems. Er geht dabei auf die aktuelle Lage in Syrien ein. Die diskussionswürdige Rede kann hier nachgelesen werden: http://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/819312/

Livestream von Veranstaltungen der RLS auf dem Kirchentag

Die folgenden Veranstaltungen der Rosa Luxemburg Stiftung auf dem 35. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart wurden live per Internet gesendet:

Donnerstag, 4. Juni 2015, 15.30 Uhr – 16.15 Uhr:

FRIEDEN WAGEN IN EINER NEUEN ZEIT DER ABSCHRECKUNG

Freitag, 5. Juni 2015, 11.15 Uhr – 12.45 Uhr:

PRÄSENTATION DES BUCHES «DIESE WIRTSCHAFT TÖTET». KIRCHEN GEMEINSAM GEGEN KAPITALISMUS

Freitag, 5. Juni 2015, 18.30 Uhr – 21.30 Uhr:

SEMINAR „FEINDBILD ISLAM: KAMPF DER KULTUREN ODER RASSISMUS?

Samstag, 6. Juni 2015, 10.00 Uhr – 12.00 Uhr:

UNHEILIGE ALLIANZ. DAS GEFLECHT VON CHRISTLICHEN FUNDAMENTALISTEN

 

 

Dialog mit dem politischen Islam

Materialien_dialog-politischerisalm PDF zum Herunterladen »

Zwei Meinungen zu den Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit mit Akteuren des politischen Islam. Von Tanja Tabbara und Wilfried Telkämper (Hrsg.).

Der internationale Bereich (Zentrum für internationalen Dialog und Zusammenarbeit/ZID) der Rosa-Luxemburg-Stiftung wird sich zukünftig mehr als bisher mit den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen in muslimisch geprägten Ländern beschäftigen.

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