Christine Buchholz: Warum wir für das Recht sind Kopftuch zu tragen, überall

Christine Buchholz und Cornelia Möhring*

Die sogenannte „Kopftuchdebatte“ flammt in regelmäßigen Abständen auf. Jüngst durch das Urteil des Bundesverfassungsgericht vom März 2015, dass ein pauschales Kopftuchverbot nicht mit dem Grundrecht auf Religionsfreiheit zu vereinbaren ist. Damit revidiert es ein Urteil von 2003, das gesetzliche Grundlagen auf Landesebene für ein Kopftuchverbot forderte. Infolge dessen erließen acht Bundesländer Kopftuchverbote für Lehrerinnen, teilweise auch für den Öffentlichen Dienst.

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„Muslime und Nicht-Muslime gehören zusammen“

Erklärung führender Religionsforscher der Universität Münster nach Anschlägen von Paris

Pressemitteilung des Exzellenzclusters vom 24. November 2015

Prof. Dr. Detlef Pollack und Prof. Dr. Mouhanad Khorchide (v.l.) Foto: bhe/Peter Grewer

Nach den Attentaten von Paris appellieren führende Religionsforscher von der Universität Münster an Muslime und Nicht-Muslime in Europa, sich durch den Terror nicht voneinander trennen zu lassen. „Wir gehören zusammen, weil wir Freiheit und Toleranz bejahen“, schreiben der Sprecher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster, Religionssoziologe Professor Dr. Detlef Pollack, und der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) der Universität Münster, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, zugleich Mitglied des Clusters, in einer gemeinsamen Erklärung „Toleranz muss Muslime und Nichtmuslime verbinden“ auf der Website www.religion-und-politik.de. Viele Muslime müssten selbst vor dem Terror fliehen. Umso wichtiger sei es, junge Muslime vor dem „Feindbild Westen“ der Attentäter zu bewahren. „Das Ziel sollte sein, junge Muslime zu befähigen, ihren Glauben rational zu reflektieren und diesen als mündige Individuen selbständig zu verantworten, um zwischen menschenfreundlichen und menschenfeindlichen religiösen Angeboten unterscheiden zu können.“ Dazu könnten der islamische Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und eine aufgeklärte islamische Theologie an den Universitäten wesentlich beitragen, schreiben die Wissenschaftler. „Dafür stehen wir mit unserer wissenschaftlichen Arbeit am Exzellenzcluster ,Religion und Politik‘ der Universität Münster und am Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) ein.“ (vvm)

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Angriff auf die »Älteste Tochter der Kirche«

Von Ingolf Bossenz im Neuen Deutschland vom 18.11. 2015

Das Massaker von Paris wirft auch düstere Schatten auf das fragile Verhältnis zwischen Christen und Muslimen

Die grausame Ironie des jüngsten Massakers islamistischer Schlächter ist, das es in dem Land erfolgte, dessen stolzer Ehrenname »Älteste Tochter der katholischen Kirche« die Jahrhunderte bis heute überdauerte. Als der Merowinger-König Chlodwig I., der durch seine Konversion zum Katholizismus das Frankenreich als erstes Staatsgebiet diesem Glaubenssystem zugeführt hatte, im Jahre 511 starb, war der Erfinder und Begründer des Islams, Mohammed (570/73-632), noch nicht einmal geboren.

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Humanismus als letzte Chance des Islams?

Der Humanistische Pressedienst führte am Rande der Buchmesse ein Gespräch mit Hamed Abdel-Samad und Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, die dort ihre neuen Bücher vorstellten. Die beiden Autoren beschreiben in diesem Interview ihre unterschiedlichen Sichtweisen auf den Islam.

Teil 1, Teil 2, Teil 3

Laizismus als Deckmantel für Bevormundung und Diskriminierung?

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Den folgenden Beitrag habe ich von Christine Buchholz erhalten:

Mir ist es wichtig, dass DIE LINKE als nichtreligiöse Partei nicht in die Falle einer antireligiösen Propaganda tappt. Sie würde damit das Grundrecht auf Selbstbestimmung und Religionsfreiheit in Frage stellen und zudem sich zur unfreiwilligen Gehilfin für antimuslimischen Rassismus machen. Auch die „Kampagne für Laizismus“ der französischen Regierung Sarkozy sollte uns ein Warnsignal sein: Sarkozys Partei UMP schürt systematisch Rassismus gegen die muslimische Minderheit. Nutznießer dieser Politik ist nicht die UMP, sondern die rechtsradikale Partei Front National, die erschreckend hohe Ergebnisse bei der Kantonalwahl einfuhr:

Vor einigen Wochen bekam ich eine erboste Zuschrift einer französischen Linken, die sich darüber beschwerte, dass DIE LINKE auf einer Veranstaltung zum Ökumenischen Kirchentag in München im Mai 2010 mit drei männlichen Religionsvertretern diskutiert habe.* Sie kritisierte, dass DIE LINKE mit dem damaligen Generalsekretär und jetzigen Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek, einen Mann eingeladen hatte.
Offenbar fand sie es nicht anstößig, dass der Zentralrat der Juden und die Evangelische Kirche ebenfalls durch Männer repräsentiert wurden. An der Stelle von Aiman Mazyek hätten wir die Islamkritikerin Necla Kelec einladen sollen.

Die Autorin bezeichnete sich als „echte Laizistin und Atheistin“.

In ihrer Argumentation konzentrierte sie sich auf die Frage des Verbotes des (muslimischen) Kopftuches.

Ich dokumentiere hier meine Antwort auf die oben erwähnte Zuschrift: Weiterlesen