Im Dienst an einer gerechten Gesellschaft

Gemeinsame Feststellung zur Ökumenischen Sozialinitiative des Vorsitzenden des Rates der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx

Am 28. Februar 2014 haben der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz mit dem Impulstext „Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft“ eine Ökumenische Sozialinitiative angestoßen. Genau 17 Jahre nach der Veröffentlichung des Gemeinsamen Wortes zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“ meldeten sich die Kirchen wieder gemeinsam zu den grundlegenden sozialen Herausforderungen zu Wort. Die verschiedenen Krisensituationen der vergangenen Jahre waren Anlass, noch einmal eine breite Diskussion über die Wirtschafts- und Sozialordnung in Gang zu bringen. Ziel der Ökumenischen Sozialinitiative ist es, sich sowohl mit einer sozialethischen Positionierung der Kirchen in die gesellschaftlichen Debatten einzubringen als auch eine grundlegende Diskussion über die aktuellen Herausforderungen in unserem Land anzustoßen.

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Buchbesprechung: Mark Blyth: Wie Europa sich kaputtspart

15600457„Austerität ist die Strafe, die schmerzhafte Rückkehr zur Tugend nach der unmoralischen Party, nur dass sich nicht alle der schmerzhaften Diät unterziehen müssen. Wenige von uns waren zum Fest geladen, aber alle sollen wir die Rechnung bezahlen.“ (Mark Blyth, Seite 37)

Der politische Ökonom Mark Blyth untersucht in seinem 2014 erschienenen Buch „Wie sich Europa kaputtspart“ das im englischen Originaltitel „Austerity, the history of a dangerous idea“ (2013) heißt, die Beispiele von Austerität in der kurzen Geschichte des Kapitalismus und stellt fest:

„Austerität funktioniert ganz offensichtlich nicht. Statt die Schulden zu reduzieren und Wachstum zu fördern, erhöhen die sparpolitischen Maßnahmen das Risiko von Staatsanleihen.“ (Mark Blyth, Seite 26)

Doch die Risiken sind weit aus größer:

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Michael Brie: Herrschaft und Glaube

Eine Geschichte aus dem Neuen Testament anders erzählt

Immer wieder lese ich von der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem und dem Umstand, dass sie auf dem Gemeineigentum basierte. Auch Rosa Luxemburg hat sich darauf bezogen, aber kritisch darauf hingewiesen, dass es vor allem eine Gemeinschaft der Konsumtion, nicht die Produktion gewesen sei (Luxemburg 2005). Verdrängt und oft auch ganz einfach verschwiegen wird, dass in dieser nun fast zweitausend Jahre alten Erzählung auch von Herrschaft und Mord berichtet wird. Verblüfft habe ich mich immer wieder gefragt, warum die Ambivalenz des neuen, des christlichen Aufbruchs – und zwar von den ersten Tagen an – so sehr in Vergessenheit gebracht ist. Oder auch: Wenn sie erinnert wird, dann wird, ich werde es zeigen, der Tragödie ausgewichen.

Die Bibel wiederum erzählt eine Geschichte über die erste Christengemeinde und ihre Gütergemeinschaft, die für mich sehr viel mit den frühen Gefahren der Verwandlung der christlichen Offenbarung und des Gemeineigentums in einen neuen Götzen zu tun hat. Sie erzählt von dem Ehepaar Ananias und Saphira. Sein Name bedeutet, „Jahwe ist gnädig“ und ihrer, so Neudorfer (1995: 111), könne mit „die Schöne“ übersetzt werden. Ich zitiere die Ende des 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung entstandene Apostelgeschichte aus dem Neuen Testament:

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Gesucht: Eure Ideen und Vorschläge für den Raum der Möglichkeiten

Julia Killet vom Kurt Eisner Verein für politische Bildung e.V. / Rosa Luxemburg Stiftung Regionalbüro Bayern www.bayern.rosalux.de  schreibt:

Liebe Freund*innen,
Wie ihr bestimmt schon mitbekommen habt, bereitet das Regionalbüro Bayern der Rosa-Luxemburg-Stiftung den Internationale Gipfel der Alternativen anlässlich des G7-Gipfels im oberbayerischen Schloss Elmau vor. Die Vorbereitungen schreiten voran und wir haben ein umfassendes Programm auf die Beine gestellt. Bitte unterstützt uns und leitet den Flyer über eure Verteiler weiter. Eine englische Übersetzung des Flyers folgt in Kürze und wird dann auch auf der Website stehen. Vielleicht wollen aus euren Kreisen Leute konkret bei der Vorbereitung helfen. Dazu habe ich euch die Einladung zur letzten bundesweiten Aktionskonferenz vor dem G7 Gipfel angehangen. Unterstützer*innen werden dringend gesucht.

Außerdem beginnen wir jetzt mit einer Online-Kampagne die heiße Phase des Internationalen Gipfels der Alternativen, der am 3. und 4. Juni in München stattfinden wird. Unter dem Motto „Nachgefragt – unsere Alternativen für eine solidarische, friedliche und ökologische Welt“ wollen wir gemeinsam mit vielen Menschen Alternativen suchen, gemeinsam diskutieren und nach außen tragen. Wir meinen: Die Politik der G7 betrifft nicht nur einige Wenige, sondern im  Grund jede und jeden von uns: Deshalb wollen wir auf unserer Homepage alternativgipfel.org, sowie unserer Facebook-Seite die Zuschriften mit Euren Ideen und Vorschlägen entgegennehmen, sammeln, zur Debatte stellen und bei der Konferenz in unseren „Raum der Möglichkeiten“  präsentieren. Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht. Überlegt euch eure Alternativen, schreibt sie auf ein Bild und schickt sie uns. Wir würden uns sehr freuen.

Flyer zum Herunterladen »

Entwicklung braucht Entschuldung

erlassjahr

Internationales Bündnis fordert Insolvenzrecht für Staaten:

Staaten in der Schuldenfalle

Was haben Burundi, Burkina Faso und Argentinien mit Griechenland oder Island gemeinsam? So unterschiedlich diese Länder auch sind, eins verbindet sie: Sie waren alle schon mal bankrott. Pleite waren auch schon viele andere Staaten weltweit, die ihren Schuldendienst einstellen mussten, weil kein Geld in der Staatskasse war. Trotz jahrzehntelanger Schuldenkrisen in den Entwicklungsländern wird aber erst heute von der Politik erkannt, dass es für den Umgang mit bankrotten Volkswirtschaften klare Regeln geben muss. Warum eigentlich?

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Ulrich Brand: Konflikte um demokratische sozial-ökologische Transformationen

Von Prof. Ulrich Brand habe ich seinen nachfolgenden Vortrag auf dem Forum „Der Ende des Wachstums? Aufbruch in eine solidarische grüne Moderne“ auf dem Evangelischen Kirchentag, 2. Juni 2011 in Dresden zur Veröffentlichung hier auf dem Kirchentagsblog der RLS erhalten. Ulrich Brand ist Professor für Internationale Politik an der Universität Wien und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac Deutschland sowie Mitglied der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Deutschen Bundestages. – www.univie.ac.at/intpol

Konflikte um demokratische sozial-ökologische Transformationen

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Dresdner Kirchentag,

in meinem 10-minütigen Impulsreferat möchte ich mich thesenartig auf einige Aspekte konzentrieren, die mir für eine Diskussion um einen Aufbruch in eine solidarische Moderne wichtig scheinen. Weiterlesen

Solidarische Ökonomie – Wirtschaften für die Menschen statt für den Profit

Gespräch mit Elisabeth Voß, Betriebswirtin und Publizistin aus Berlin, Autorin des „Wegweiser Solidarische Ökonomie! Anders Wirtschaften ist möglich!“

Am Stand der Rosa Luxemburg Stiftung auf dem Messegelände in Halle 4 Stand B15.

Wirtschaft ist ein Bestandteil des Lebens. Sie kann Leben zerstören, aber sie ist ebenso notwendig für das Leben. Immer mehr Menschen beginnen, sich wirtschaftliche Prozesse anzueignen: Statt darauf zu warten, dass andere – Kapital oder Staat – ihnen Arbeit oder Wohnung geben, die Produkte oder Leistungen bereitstellen, die sie zum Leben benötigen, organisieren sie das, was sie zum Leben brauchen, selbst.

Gemeinsam mit anderen, mehr oder weniger eingebunden in den Markt. Für diese „Solidarische Ökonomie“ gibt es weltweit viele Beispiele.

Webseite: www.voss.solioeko.de

Solidarische Ökonomie oder Anders Wirtschaften ist möglich

Elisabeth Voß ist Expertin in Sachen Solidarische Ökonomie. Kürzlich ist von ihr der „Wegweiser Solidarische Ökonomie“ als Buch erschienen. Im Werbetext heißt es:

Die vielfältigen theoretischen Konzepte, praktische Betriebe und Projekte Solidarischer Ökonomie werden in diesem Buch vorgestellt: Kommunen, Haus- und Gartenprojekte, Projekte in den Bereichen Soziales, Kunst, Kultur, Bildung und Medien, Frauenprojekte, Tauschringe, Umsonstläden und Open-Source-Projekte, Finanzierungsstrukturen, Netzwerke und Verbände. Ergänzt wird dieser Überblick durch Beispiele von Projekten aus anderen Ländern und internationalen solidarischen Wirtschaftsbeziehungen.

Da Elisabeth Voß am Stand der Rosa Luxemburg Stiftung mitarbeitet, nutzen wir die Gelegenheit und bieten eine zusätzliche kleine informelle Gesprächsrunde mit ihr an.