Gemeinsame Erklärung des Papstes mit dem ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. und dem orthodoxen Erzbischof Hieronymus II.

Zitat

Zitiert nach Radio Vatican http://de.radiovaticana.va/news/2016/04/16/papst_auf_lesbos_gemeinsame_erkl%C3%A4rung/1223167

Wir, Papst Franziskus, der Ökumenische Patriarch Bartholomäus und Erzbischof Hieronymus von Athen und ganz Griechenland, haben uns auf der griechischen Insel Lesbos getroffen, um unsere tiefe Besorgnis über die tragische Lage der zahlreichen Flüchtlinge, Migranten und Asylsuchenden zum Ausdruck zu bringen, die nach Europa gekommen sind, weil sie vor Konfliktsituationen und – in vielen Fällen – vor der täglichen Bedrohung ihres Lebens geflohen sind. Die Weltöffentlichkeit darf ihre Augen nicht verschließen vor der ungeheuren humanitären Krise, die durch die Ausbreitung von Gewalt und bewaffneten Konflikten, durch Verfolgung und Vertreibung religiöser und ethnischer Minderheiten und durch die Entwurzelung von Familien aus ihrer Heimat unter Verletzung ihrer Menschenwürde und ihrer grundlegenden Menschenrechte und Freiheiten entstanden ist.

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Frieden kann nicht mit Waffen gewonnen werden

Stellungnahme der Ev. Landeskirche in Baden zum geplanten Militäreinsatz in Syrien

Zahlreiche Terroranschläge in Paris, in Ländern des Nahen Ostens und Afrikas verbreiten Schrecken, Angst und Wut. Wir trauern mit den Familien der Opfer. Solidarisch mit ihnen, mit ihren Völkern und allen Menschen guten Willens fordern wir ein Ende von Terror und Gewalt und treten dafür ein, dass alle erdenklichen politischen Mittel eingesetzt werden, um diesem Ziel näher zu kommen. Der Beschluss des Bundeskabinetts zur Beteiligung der Bundeswehr an einem Militäreinsatz in Syrien, um mit Frankreich und anderen Verbündeten den islamistischen Terror zu bekämpfen, erfüllt uns mit Sorge. Er folgt einer Logik, durch militärische Gewalt mehr Sicherheit herzustellen. Uns erscheint dies nicht hilfreich, um den islamistischen Terror einzudämmen und Syrien einem Frieden näher zu bringen.

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Mindestalter für Soldaten einhalten

Presseerklärung von MdB Norbert Müller (DIE LINKE)

„Es ist untragbar, wenn die Bundesrepublik Deutschland das international vereinbarte Mindestalter für Soldatinnen und Soldaten von 18 Jahren nicht einhält“, erklärt Norbert Müller, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, bezüglich der Antwort des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) auf eine schriftliche Anfrage. Wie das Ministerium bestätigte, unterschreitet die Bundesrepublik Deutschland das im 2. Fakultativprotokoll der UN Kinderrechtskonvention vereinbarte Mindestalter von 18 Jahren für die Einziehung Freiwilliger zu den nationalen Streitkräften. Demnach wurden im Jahr 2013 insgesamt 1.038, im Jahr 2014 insgesamt 1.385 und im Jahr 2015 zum Stichtag 16. November 2015 insgesamt 1.348 Minderjährige 17-Jährige für den Dienst in den Streitkräften und somit für eine militärische Ausbildung eingeplant. Zudem erklärt das BMVg, dass mit der 10,6 Millionen Euro teuren und bis Februar 2016 laufenden Werbekampagne der Bundeswehr „Mach was wirklich zählt“ auch 17-Jährige als Kernzielgruppe angesprochen werden sollen. Norbert Müller weiter:

„Zum Schutz von Kindern vor den Auswirkungen von Krieg und Militarisierung dürfen keine Ausnahmen vom Mindestalter zugelassen werden. Die Bundesrepublik Deutschland sollte mit gutem Beispiel vorangehen und für die umfassende Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention eintreten. Deshalb fordere ich die Bundesregierung auf, das Mindestalter für die militärische Ausbildung bei der Bundeswehr umgehend auf 18 Jahre anzuheben und jegliche auf die Ansprache Minderjähriger ausgerichtete Werbung der Bundeswehr umgehend einzustellen.“

„Muslime und Nicht-Muslime gehören zusammen“

Erklärung führender Religionsforscher der Universität Münster nach Anschlägen von Paris

Pressemitteilung des Exzellenzclusters vom 24. November 2015

Prof. Dr. Detlef Pollack und Prof. Dr. Mouhanad Khorchide (v.l.) Foto: bhe/Peter Grewer

Nach den Attentaten von Paris appellieren führende Religionsforscher von der Universität Münster an Muslime und Nicht-Muslime in Europa, sich durch den Terror nicht voneinander trennen zu lassen. „Wir gehören zusammen, weil wir Freiheit und Toleranz bejahen“, schreiben der Sprecher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster, Religionssoziologe Professor Dr. Detlef Pollack, und der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) der Universität Münster, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, zugleich Mitglied des Clusters, in einer gemeinsamen Erklärung „Toleranz muss Muslime und Nichtmuslime verbinden“ auf der Website www.religion-und-politik.de. Viele Muslime müssten selbst vor dem Terror fliehen. Umso wichtiger sei es, junge Muslime vor dem „Feindbild Westen“ der Attentäter zu bewahren. „Das Ziel sollte sein, junge Muslime zu befähigen, ihren Glauben rational zu reflektieren und diesen als mündige Individuen selbständig zu verantworten, um zwischen menschenfreundlichen und menschenfeindlichen religiösen Angeboten unterscheiden zu können.“ Dazu könnten der islamische Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und eine aufgeklärte islamische Theologie an den Universitäten wesentlich beitragen, schreiben die Wissenschaftler. „Dafür stehen wir mit unserer wissenschaftlichen Arbeit am Exzellenzcluster ,Religion und Politik‘ der Universität Münster und am Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) ein.“ (vvm)

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Weltanschauliche Begründung einer Politik der Gerechtigkeit

emil_fuchsSymposium der Rosa Luxemburg Stiftung und der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Ehren von Emil Fuchs

Tagung / Konferenz
Dienstag, 08.12.2015 | ganztägig

Rosa-Luxemburg-Stiftung, Münzenbergsaal, Berlin
Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin

Symposium Weltanschauliche Begründung einer Politik d.Gerechtigkeit

Emil-Fuchs-Symposium Ablaufplan

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Im Dienst an einer gerechten Gesellschaft

Gemeinsame Feststellung zur Ökumenischen Sozialinitiative des Vorsitzenden des Rates der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx

Am 28. Februar 2014 haben der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz mit dem Impulstext „Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft“ eine Ökumenische Sozialinitiative angestoßen. Genau 17 Jahre nach der Veröffentlichung des Gemeinsamen Wortes zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“ meldeten sich die Kirchen wieder gemeinsam zu den grundlegenden sozialen Herausforderungen zu Wort. Die verschiedenen Krisensituationen der vergangenen Jahre waren Anlass, noch einmal eine breite Diskussion über die Wirtschafts- und Sozialordnung in Gang zu bringen. Ziel der Ökumenischen Sozialinitiative ist es, sich sowohl mit einer sozialethischen Positionierung der Kirchen in die gesellschaftlichen Debatten einzubringen als auch eine grundlegende Diskussion über die aktuellen Herausforderungen in unserem Land anzustoßen.

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Sofortiger Rüstungsexportstopp auch in die Ukraine!

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Ergänzung/Kommentar der Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel zur Presserklärung der Grünen Europagruppe „EU-Mitgliedstaaten müssen Waffenexporte nach Russland sofort stoppen

„Die Forderung der Fraktionsvorsitzenden der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Rebecca Harms, den Rüstungsexport aus der Europäischen Union an Russland sofort zu stoppen, ist angesichts der völkerrechtswidrigen Krimintervention, richtig und notwendig“, erklärt Paul Russmann, Sprecher der Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel! und Geschäftsführer von Ohne Rüstung Leben (ORL). „Doch ist sie längst nicht ausreichend.“ Vielmehr müsse „auch ein sofortiges Rüstungsexportverbot aus der EU und aus Deutschland in die Ukraine verhängt werden“, fordert Russmann.

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Frankfurt im Oktober 2012 – Widerstand gegen den neoliberalen Zeitgeist: Blockupy und Konziliare Versammlung in Frankfurt am Main

Von Ilsegret Fink und Cornelia Hildebrandt

Am Abend des 18. Oktober versammelten sich über 1000 Menschen in der Paulskirche, um sich an die kirchen- und gesellschaftsprägenden  Aufbrüche des zweiten Vatikanischen Konzils (1962 – 1965) zu erinnern.  Zu den RednerInnen zählten neben Prof. Dr. Hans Küng, Konzilsberater und Bischof em. Luigi  Bettazzi, Italien, der letzte noch lebende Bischof des radikal kirchenkritischen „Katakombenpaktes für eine dienende und arme Kirche“, der  während des Konzils von 40 Bischöfen unterschrieben wurde, und Susann George, Mitbegründerin von ATTAC, Frankreich.  An den darauf folgenden Tagen beteiligten sich über 500 Menschen an den Seminaren der Konziliaren Versammlung: „Zeichen der Zeit – Hoffen und Widerstehen“, in denen grundsätzliche Fragen der Kirchen- und Gesellschaftsentwicklung  angesichts globaler Krisen des Kapitalismus aufgeworfen und geradezu revolutionär diskutiert wurden.

Zur gleichen Zeit diskutierten bis zu  300 TeilnehmerInnen im Zelt von Blockupy mitten auf dem Frankfurter Rossplatz zu den Themen „Occupy Democracy“, „Vom Spardiktat zur Rückgewinnung des Öffentlichen“ und „Wege aus der Krise in Europa“. Weiterlesen

Streikrecht oder Religion – wer muß dran glauben?

Zum Urteil des Bundesarbeitsgerichts in kirchlichen Einrichtungen

Von Regina Warnecke

(Mit freundlicher Genehmigung der Autorin. Im Original erschien der Text in der jungen Welt vom 27.11.2012)

Die Gewerkschaft ver.di hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Sie will mit den großen Wohlfahrtsverbänden, zu denen das Diakonische Werk gehört, einen Tarifvertrag »Soziales« abschließen, diesen für allgemeinverbindlich erklären lassen und damit Lohndumping im Pflegebereich unterbinden. Zur Erzwingung eines Tarifvertrages ist eine Gewerkschaft grundsätzlich berechtigt, Druck durch Streiks ausüben. Das ist geregelt in Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes: »Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig.« Dieses Recht, von Juristen Koalitionsfreiheit genannt, ist ein hohes Verfassungsgut und ein Freiheitsrecht. Weiterlesen

Bodo Ramelow auf domradio.de

Auf domradio.de kann man unter der Überschrift Bodo Ramelow zum Linken-Protest gegen die Papstrede im Bundestag – Nachtreten? Schwierig! ein Interview mit dem Thüringer Fraktionsvorsitzenden der Linksfraktion, Bodo Ramelow, lesen. In dem Interview sagt Ramelow u.a.:

Wenn man eine Einladung ausspricht, auch diese Einladung, dann muss man ihr hinterher mit Höflichkeit folgen. Ich selber war als Vertreter des Deutschen Bundestages bei Benedikt XVI. zu einer Audienz. Da waren die kirchen- und religionspolitischen Sprecher des Bundestages gemeinsam dort. Für mich als evangelischen Christen war das eine spannende Veranstaltung. Und ehrlich gesagt, freue ich mich auch darauf, dass Benedikt XVI. im Augustinerkloster zu Erfurt meiner evangelischen Kirche zugesagt hat. Ich hoffe immer noch darauf, dass in Richtung Ökumene ein bisschen was in Gang kommt.

Dann kommt das Gespräch noch auf die SED: Weiterlesen